Liechtenstein in Europa, Liechtenstein auf der Europakarte
Liechtenstein ist ein Fürstentum in der Alpenregion Mitteleuropas. Als konstitutionelle Erbmonarchie ist die Macht gleichermaßen zwischen dem Fürstenhaus Liechtenstein und dem Volk aufgeteilt. Der Hauptort des Landes und Sitz der Fürstenfamilie ist Vaduz. Die Orte Vaduz, Schaaren und Triesenberg bilden den größten „Ballungsraum“ mit circa 17.000 Einwohnern. Durch seine Fläche von 160 km² und 38.650 Einwohnern ist es das sechstkleinste Land der Welt. Im Osten umschließt Österreich den Staat, während im Westen die Schweiz angrenzt. Der 41 Kilometer lange Grenzverlauf wird hauptsächlich durch den Rhein gebildet. Der Fluss dient der Bevölkerung sowohl zur Wasserversorgung als auch zu Erholungszwecken. In Liechtenstein gibt es nur einen natürlichen See: das „Gampriner Seelein“. Zu ihm gesellen sich mehrere künstlich angelegte Stauseen, die hauptsächlich der Energiegewinnung dienen. Der größte dieser Stauseen ist der „Stausee Steg“. Das westlich im Land gelegene Rheintal ist das bevölkerungsreichste Gebiet im ganzen Land, während ein Großteil der übrigen Landesfläche von Gebirgen dominiert wird. Die Liechtensteiner Landmassen sind Teil des Rätikons, einem Gebirgszug der Ostalpen. Trotz der alpinen Lage herrscht in Liechtenstein ein mildes Klima. Der durch die Berge entstehende „Föhn“, ein aufgewärmter und trockener Fallwind, sorgt auch im Winter oft für Temperaturen um die 15 Grad Celsius. Die Sommer sind durchschnittlich warm mit 20 bis 28 Grad Celsius. Höchster Punkt des Landes ist der Vordergrauspitz, ein Berg mit einer Höhe von 2.599 Metern über dem Meeresspiegel. Insgesamt gibt es in Lichtenstein 32 Berge, die über 2.000 Meter hoch sind. Die tiefste Stelle des Landes bildet das nördlich gelegene Rugeller Riet mit einer Höhe von nur 430 Metern über dem Meeresspiegel.
Bereits seit der Jungsteinzeit (5. Jahrtausend v. Chr.) wird das Gebiet von Liechtenstein besiedelt. Im 8. Jahrhundert n. Chr. gelang es unter die Vollmacht deutscher Fürsten und Herzoge, bis es im frühen 18. Jahrhundert durch Fürst Hans Adam von Liechtenstein aufgekauft wurde. Bis zum zweiten Weltkrieg war Liechtenstein aufgrund seiner geringen Größe und politisch-wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit stark rückständisch und verarmt. Erst nach dem Krieg kam es zum wirtschaftlichen Aufschwung und einer Stabilisierung der Lage. Liechtenstein ist - wie die Schweiz - Mitglied des Europäischen Wirtschaftraums, jedoch kein Mitglied der Europäischen Union. So wird im Inland mit Schweizer Franken gezahlt und gehandelt. Nicht zuletzt sind es auch die hervorragenden Beziehungen zur Schweiz, die der Liechtensteiner Wirtschaft zugutekommen.
Durch seine frühere Steuerpolitik kam Liechtenstein ein Ruf als „Zufluchtsort für Steuerhinterzieher“ zu. Doch seit 2009 revidiert Liechtenstein dieses Image: der Fürst und die gewählte Regierung unterschrieben zahlreiche Verträge und Abkommen, die das Hinterziehen von Steuern und Geldwäscherei erschweren sollen. So wird mittlerweile eng mit der Deutschen und Schweizer Steueraufsicht zusammengearbeitet. In Folge der Abkommen wurde außerdem eine eng gefasste Zuzugsbeschränkung von 88 Personen pro Jahr erlassen. Diese werden nach wirtschaftlichem Bemessen über ein Losverfahren ausgewählt. Der Ausländeranteil in Lichtenstein beträgt rund 34 %. Mit der Amtssprache Deutsch zählt Lichtenstein zum deutschsprachigen Raum.
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