San Marino in Europa, San Marino auf der Europakarte
San Marino ist die wahrscheinlich älteste Republik der Welt und wurde vermutlich im Jahre 301 n. Chr. durch den heiligen St. Marinus gegründet. Der nur 61 km² große Staat wird vollständig vom italienischen Staatsgebiet umschlossen. Als südeuropäisches Land liegt San Marino inmitten des Ostens von Italien, in der Nähe zur Adriaküste. Mit 33.000 Einwohnern ist das Land eines der kleinsten der Welt und gehört zu den 6 europäischen Zwergstaaten. Entgegen der Annahme, San Marino sei ein Stadtstaat, besteht das Staatsgebiet nicht nur aus der gleichnamigen Hauptstadt. So gibt es mehrere Gemeinden und Dörfer in der ländlichen Umgebung, die ebenfalls dazu gehören. Das Land ist Mitglied des Europarates und der UNO. Obwohl in San Marino der Euro als offizielles Zahlungsmittel gilt, sind sie nicht Teil der Europäischen Union. Die Republik hat weltweit eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten und zählt zu den Ländern mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Außerdem besitzt der Staat keine Schulden, was San Marino prozentual betrachtet zu einem der reichsten Länder der Welt macht. Die Landschaft wird durch den von Norden nach Süden verlaufenden Kalksteinrücken „Monte Titano“ geprägt. Auf diesem 7 Kilometer langen Gebirgszug befindet sich auch die Hauptstadt San Marino. Er ist mit 739 Metern die höchste Erhebung des Landes. Die Stadt San Marino und die 3 historischen Wehrfestungen auf dem Berg sind Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Ferner gibt es zwei bedeutende Flüsse, die dem Staatsgebiet entspringen: der Fiumicello und die Ausa. Im Südwesten und Nordosten wird der Staat des Weiteren vom gleichnamigen Fluss San Marino und dem Marano durchzogen. Die Vegetation des hügeligen Landes wird durch dichte Laub- und Nadelwälder bestimmt. Flora und Fauna sind durch das mediterrane Klima geprägt.
Die Bevölkerung San Marinos besteht fast ausschließlich aus ethnischen Italienern. 83 % der Einwohner haben eine san-marinesische, 12 % eine italienische Staatsbürgerschaft. Die offizielle Amtssprache ist Italienisch. Doch aufgrund der für das Land sehr wichtigen, Tourismus-Bewegungen sprechen viele Bürger fließend eine Fremdsprache. Meistens handelt es sich dabei um Englisch, Deutsch oder Französisch. Über die Tourismus-Branche werden gut 60 % der Staatseinnahmen erzielt. Obwohl San Marino die Hauptstadt des Landes ist, ist sie mit nur circa 4.000 Einwohnern nicht die bevölkerungsreichste Stadt. Serravalle und Borgo Maggiore gelten mit 10.900 bzw. 6.900 Einwohnern als die größten Gemeinden des Landes. 92 % der Landesbevölkerung sind Katholiken und gehören der römisch-katholischen Kirche an. Diese ist jedoch nicht als offizielle Staatsreligion anerkannt.
Seit dem Jahr 366 gilt San Marino als unabhängig. Nach der Gründung des Staates lebte die dort ansässige katholische Gemeinde im Schutz ihrer Unbekanntheit. Um das Jahr 1200 kaufte die Republik weitere Gebiete, um die stetig wachsende Bevölkerung beherbergen zu können. Im 14. Jahrhundert wurden die Festungen des Monte Titano weiter ausgebaut und die Wasserversorgung durch den Bau von autarken Zisternen gesichert. In den Jahrhunderten der Stadtrepublik entstand ein für seine Zeit sehr umfangreicher und moderner Gesetzestext mit 6 Büchern und insgesamt 314 Unterrubriken. Diese sorgten für eine jahrhundertelange Tradition detaillierter Rechtsprechung. Das sechste und letzte Gesetzesbuch erschien im Jahr 1600. Die san-marinesische Verfassung ist damit eine der ältesten noch aktiven Verfassungen der Welt. San Marino war in der Vergangenheit mehreren Eroberungsversuchen ausgesetzt, schaffte es jedoch immer wieder, seine Unabhängigkeit zu behalten. Selbst In den beiden Weltkriegen blieb die Republik neutral und nahm zweitweise 100.000 Flüchtlinge auf.
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