Slowakei in Europa, Slowakei auf der Europakarte
Die Slowakei, nach amtlicher Bezeichnung die slowakische Republik, ist ein 49.000 km² großer Binnenstaat in Zentraleuropa. Das Land betreibt eine parlamentarische Demokratie und beheimatet derzeit etwa 5,4 Millionen Einwohner. Sein breitgezogenes Staatsgebiet grenzt im Norden an Tschechien und Polen, im Osten an die Ukraine und Ungarn sowie an Österreich im Süden beziehungsweise Südosten. Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Europäischen Union und hat im Jahr 2009 den Euro als offizielles Zahlungsmittel und Staatswährung eingeführt. Die slowakische Hauptstadt ist Bratislava. Mit circa 437.000 Einwohnern ist sie die bedeutendste und größte Stadt des Landes. Bratislava liegt im äußeren Westen des Landes und grenzt unmittelbar an Österreich und Ungarn. Auch die tschechische Grenze ist nur 62 Kilometer nördlich der Metropole gelegen. Die österreichische Hauptstadt Wien liegt nur 55 Kilometer entfernt von Bratislava. Ihr Standort macht die Stadt weltweit einzigartig, da sie an mehr als einen Nachbarstaat grenzt. Ein Großteil der Slowakei wird vom Karpaten-Gebirge durchzogen. Im westlichen Teil des Staatsgebietes bestimmt das Wiener Becken die Landschaft, während entlang der südlichen Grenze und im Südosten die Ausläufer der pannonischen Tiefebene die Landschaft prägen. Die höchste Erhebung des Landes ist der Gerlachovský štít mit 2.655 Metern. Dieser ist zeitgleich der höchste Berg der gesamten Karpaten. Die Waag ist mit 403 Kilometern Länge der längste Fluss im Land. Der mit Abstand wasserreichste Fluss ist jedoch die Donau, die in der Slowakei eine zentrale Rolle im Transport- und Wirtschaftswesen einnimmt. Weitere bedeutende Flüsse sind unter anderem die March, der Gran, der Eipel sowie die Sajo und der Bodrog.
Im Gebiet der Tatra gibt es viele natürliche Bergseen, die während der Eiszeit entstanden sind. Im Rest des Landes gibt es außerdem viele bedeutende Stauseen. Der Orava-Stausee, der im Norden liegt, ist mit einer Fläche von 35 km² sogar der größte seiner Art. Ferner verfügt die Slowakei über große Trinkwasservorräte. So gibt es mehr als 1.600 bekannte Quellen und etliche Kurorte. Der bekannteste Kurort ist Piešťany im Westen des Landes. Bemerkenswert ist auch das Vorkommen natürlicher Höhlen: im gesamten Staatsgebiet gibt es davon über 7.100. Davon sind derzeit 20 als Schauhöhlen der Öffentlichkeit zugängig. Die Domica, Jasovská jaskyňa, Gombasecká jaskyňa, Ochtinská aragonitová jaskyňa und die Dobšinská ľadová jaskyňa gehören zu den sogenannten „Höhlen des Aggteleker und Slowakischen Karstes“. Sie werden als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes geführt und zählen zu schönsten Tropfsteinhöhlen der Welt.
Seit vielen Jahrhunderten wird das Gebiet der Slowakei vom slawischen Volk belebt. Mit seiner Gründung im Jahr 833 gilt das Großmährische Reich als erster Staat der tschechischen und slowakischen Völker. Ab dem 10. Jahrhundert zählte man das Gebiet zum ungarischen Staat, bis das Land schließlich an die Habsburger-Dynastie fiel. Nach dem ersten Weltkrieg verstärkte sich der Wunsch nach Unabhängigkeit und gipfelte in der Gründung der Tschecho-Slowakischen Republik. Für die Zeit des zweiten Weltkrieges war die Slowakei ein unabhängiger Staat, wurde jedoch nach dem Ende des Krieges wieder zur Tschechoslowakei zusammengeführt und unter kommunistischer Diktatur geführt. Am 1. Januar 1993 wurde dann die unabhängige Slowakische Republik ausgerufen. Nach der Gründung des Staates wurde das Land unter Präsident Mečiar zunächst als illiberal bezeichnet, da es nach nur drei Amtsperioden bereits autoritäre Züge annahm. Mit den nachfolgenden Regierungen und dem Eintritt in die Europäische Union änderte sich dieser Zustand und die Slowakei bemüht sich derzeit aktiv darum, den rechtspopulistischen Trends der Nachbarstaaten nicht zu folgen.
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