Vatikanstadt in Europa, Vatikanstadt auf der Europakarte
Vatikanstadt, nach amtlicher Bezeichnung Staat Vatikanstadt, ist ein Zwergstaat in Südeuropa. Der Stadtstaat ist mit nur 0,44 km² und 825 Einwohnern der kleinste anerkannte Staat der Welt. Als Enklave wird er vollständig von italienischem Gebiet umschlossen. Der Papst gilt als das staatliche Oberhaupt und wird durch die Kardinäle der römisch-katholischen Kirche gewählt. Seine Amtszeit wird nicht durch Legislaturperioden begrenzt: Neuwahlen des Staats- und Kirchenoberhauptes finden nur nach seinem Tod oder Abdanken statt. Das Amt des Papstes wird auch als Heiliger Stuhl bezeichnet. Vatikanstadt liegt im Stadtgebiet der italienischen Hauptstadt Rom. Der Vatikan nimmt den sogenannten vatikanischen Hügel ein und liegt westlich des Flusses Tiber. Einen Großteil des Landes machen die vatikanischen Gärten aus. Des Weiteren zählen der Petersdom, der Petersplatz, die Sixtinische Kapelle, der Apostolische Palast und die Vatikanischen Museen zum Staatsgebiet. Der heilige Stuhl unterhält außerdem eine Reihe von Gebieten, die nicht zu Vatikanstadt gehören. Sie ähneln dem rechtlichen Status von Botschaftsgebieten. Dazu gehören unter anderem der Palazzo Pio, der Campo Santo Teutonico und die Vatikanische Audienzhalle sowie verschiedene Paläste in Rom und die päpstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo, 24 Kilometer südöstlich der italienischen Hauptstadt. Die vatikanische Staatsbürgerschaft ist immer zeitlich begrenzt und an eine bestimmte Funktion im Staat gebunden. Verliert ein Bürger diese Staatsbürgerschaft und ist staatenlos, wird er automatisch Italienischer Staatsbürger. Vatikanstadt verfügt über sein eigenes Bankinstitut, die Istituto per le Opere di Religione, auch Vatikanbank genannt. Zum Schutze des Papstes und des Staates agiert im Vatikan die Päpstliche Schweizergarde, eine bewaffnete Militäreinheit. Sie sichern die ständige Sicherheit des Kirchenoberhauptes und seiner Residenzen.
Der päpstliche Regierungssitz war bis ins 14. Jahrhundert nicht der Vatikan. Stattdessen agierte der sogenannte Heilige Vater bis zum besagten Zeitpunkt aus dessen etwa 5 Kilometer weiter östlich gelegenen Lateranpalast. In der Antike stand auf dem Gebiet des heutigen Vatikanstaates noch ein Zirkus des römischen Kaisers Nero. Unweit des Zirkus befand sich damals ein Friedhof, auf dem nach Annahme vieler Christen der Heilige Petrus begraben lag. Dadurch entwickelte sich der Vatikanische Hügel zum Ziel unzähliger Pilger- und Wallfahrten. Die ersten Gebäude und die bis heute stehende leonische Mauer wurden später zum Schutz und zur Behausung der Wallfahrer errichtet. In der Zeit von 1309 bis 1377 standen die Päpste unter französischem Einfluss und regierten die Kirche aus Avignon in Frankreich. Erst nach der Rückkehr des Papstes Gregor XI. und dem Ende der kirchlichen Glaubensspaltung, der Abendländischen Schisma im Jahre 1417, wurde der Vatikan zum neuen Zentrum der katholischen Kirche erklärt. Der Bau mächtiger Gebäude sollte die neue Einigkeit der Kirche symbolisieren und so begannen 1506 die Bauarbeiten zum Petersdom.
Vatikanstadt ist ein souveräner Staat, der sich durch die „Lateranverträge“ viele Aufgaben mit den italienischen Behörden teilt. Dazu gehört beispielsweise der Schutz der Landesgrenzen, die Müllentsorgung sowie die Strafverfolgung. Im Vatikan wird mit Euro gezahlt, obwohl der Zwergstaat selbst kein Mitglied der Europäischen Union ist. Die Staatskasse füllt sich zu einem Großteil aus Spenden. Ferner verfügt der Staat über einen Supermarkt, eine Apotheke und mehrere Tankstellen, dessen Überschüsse ebenfalls in den Staatshaushalt einfließen. Eine weitere wichtige Einnahmequelle ergibt sich für Vatikanstadt durch den Verkauf von Eintrittskarten, Souvenirs und die Vermietung von ungefähr 2.400 Immobilien außerhalb des Staatsgebietes. Der Vatikan besitzt zudem immense Goldanlagen, internationale Immobilien im Wert von 1,5 Milliarden Euro sowie Kunstwerke von unschätzbarem Wert.
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