Lettland in Europa, Lettland auf der Europakarte
Lettland liegt in Nordosteuropa und ist neben Estland und Litauen einer der drei Staaten des Baltikums. Seit 2004 gehört das Land zur Europäischen Union und 2014 wurde der Euro als Staatswährung anerkannt. Die größte Stadt Lettlands ist Riga. Sie ist zugleich Hauptstadt und kulturelles Zentrum des Landes. Riga liegt relativ mittig im Land, direkt am Rigaischen Meerbusen, einer natürlichen Ostsee-Bucht. Die Stadt ist mit rund 700.000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums und ein beliebtes Zuzugsgebiet, das stetig wächst. Im Norden grenzt Lettland an Estland, im Osten an Russland und Belarus. Der Süden des Landes stößt an die litauische Grenze. Die in der Amtssprache Lettisch genannte „Latvijas Republika“ (Republik Lettland) umfasst insgesamt circa 64.589 km². Ein Großteil davon ist nur dünn besiedelt, sodass Lettland auf gerade einmal 1,93 Millionen Einwohner kommt. Das Land wird in vier historische Gebiete eingeteilt: ganz im Westen liegt das sogenannte Kurland (Kurzeme), Livland (Vidzeme) im Nordosten, Lettgallen (Latgale) im Südosten und Semgallen (Zemgale) im Süden an der Grenze zu Litauen. Die beiden bedeutendsten Flüsse des Landes sind die Gauja und die Daugava, mit jeweils 452 km und 352 km Flusslauf im Innenland. Der höchste Berg des Landes ist der Gaiziņkalns (Gaising). Er ragt jedoch nur 311 Meter in die Höhe. Lettland pflegt eine lange Kultur des Naturschutzes und so erfreuen sich die Letten einer gesunden und vielfältigen Natur. Neben seltenen Wisenten und Wölfen leben neuerdings auch wieder Europäische Braunbären in der freien Natur. Als besonders artenreich gilt das Naturschutzgebiet Pape, welches im Westen des Landes liegt. Das größte Naturschutzgebiet ist der Nationalpark Gauja mit einer Fläche von rund 92.000 Hektar.
Die baltischen Stämme besiedelten das Gebiet des heutigen Lettlands schon vor dem römischen Reich. Doch Lettland blieb lange Zeit unter der Kontrolle anderer Staaten wie Deutschland, Polen und Russland. Erst 1918 erlangte das Land nach dem ersten Weltkrieg seine Unabhängigkeit. Während des zweiten Weltkrieges wurde es dann allerdings erst von Russland und anschließend von deutschen Mächten besetzt. Nach Kriegsende wurde Lettland von der Sowjetunion annektiert. Mit dem Fall der Sowjetunion im Jahre 1991 schafften es die Letten schließlich, ihre Unabhängigkeit wiederherzustellen. Seitdem strebt man im Land eine westlich orientierte Politik an und ist der EU sowie der NATO beigetreten. Im Übrigen ist die lettische Verfassung mit ihrer Inkraftsetzung im Jahre 1922 eine der ältesten Verfassungen der Welt! Für damalige Zeiten enthält sie ein sehr tolerantes Minderheitengesetz, wodurch schon früher bis zu sieben Minderheitssprachen in den lettischen Schulen unterrichtet wurden.
Bis heute leben in Lettland viele ethnische Minderheiten. Rund zwei Drittel der Gesamtbevölkerung stellen Letten dar. Mit etwa 25 % macht die russische Minderheit einen weiteren großen Anteil der Landesbevölkerung aus. Ein Großteil der Russen ist in der Zeit der sowjetischen Besatzung immigriert. Ihre Nachfahren leben bis heute dort. Schätzungen zufolge leben außerdem gut 30.000 Weißrussen und knapp 20.000 Ukrainer in Lettland. Aufgrund erschwerter Einbürgerungsverfahren sind rund 10 % der Bevölkerung sogenannte Nicht-Bürger, denen jedoch umfangreiche Rechte zustehen. Die lettischen Nicht-Bürger sind de facto nicht wirklich staatenlos. Trotz seiner spannenden Geschichte und der umfangreichen Natur verzeichnet Lettland vergleichsweise wenige Touristen. Ausnahmen sind beliebte Tourismusorte wie zum Beispiel Riga, dessen Badeort Jurmale sowie die prächtigen Nationalparks im Landesinneren.
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