Moldawien in Europa, Moldawien auf der Europakarte
Moldawien, nach offizieller Bezeichnung die Republik Moldau, ist ein Binnenstaat ohne Anschluss an ein Meer. Moldawien liegt in Südosteuropa und grenzt im Westen an Rumänien. Der Rest des Landes wird vollständig von der Ukraine umschlossen, sodass kein direkter Zugang zum Schwarzen Meer existiert, obwohl die Küste teilweise nur einige Kilometer von der Landesgrenze entfernt liegt. Die Hauptstadt Moldawiens ist Chișinău und zählt rund 532.000 Einwohner. Sie liegt in der Mitte des Landes, verfügt über eine Universität und zählt als Kulturstadt. Mit 33.843 km² Fläche ist Moldawien ein vergleichsweise kleines Land. Derzeit leben 3,55 Millionen Menschen in der Republik, was einer Einwohnerdichte von circa 98 Menschen pro km² entspricht. Zur größten Volksgruppe in Moldawien zählen die rumänisch-sprachigen Moldauer. Sie machen 82 % der Bevölkerung aus. Weitere Volksgruppen sind Ukrainer, Gagausen, Russen, Polen und Juden mit jeweils unter 10 %. Die Amtssprache der Republik Moldau ist Rumänisch. Die Moldauische Regierung führte jedoch die sogenannte „Moldauische Sprache“ ein, um sich sprachlich von Rumänien abzusetzen. Heute verwendet niemand mehr diesen Begriff und die Sprache hat sich als Färbung der rumänischen Sprache in den alltäglichen Sprachgebrauch integriert. Der Dnister, ein Zufluss des Schwarzen Meeres, durchzieht das Land fast über die gesamte nord-westliche Landesgrenze. Im Westen Moldawiens fließt der Pruth, ein Nebenarm der Donau, entlang der Grenze zu Rumänien. Zu seinen Nebenflüssen zählen unter anderem der Bîc, die Răut und die Botna. Da die moldawische Landschaft zu großen Teilen sehr flach und mit fruchtbaren Böden bedeckt ist, werden etwa 80 % der Landesfläche agrarwirtschaftlich genutzt. Das trockene und warme Klima begünstigt den Obst- und Weinanbau, sorgt aber ebenso für gesunde Buchen- und Eichenwälder. Mit nur 430 Metern über dem Meeresspiegel ist der Dealul Bălănești die höchste Erhebung des Landes.
Moldawien ist ein stark christlich geprägtes Land. Über 90 % der Bevölkerung gehören einer christlich-orthodoxen Konfession an. Damit einhergehend hat sich die weit zurückreichende Kirchenarchitektur heute zu einem der stärksten Tourismusmagneten des Landes entwickelt. Dennoch wird der Großteil des Bruttoinlandsproduktes über die Landwirtschaft erzielt, dem Tourismus kommt hier eine eher untergeordnete Rolle zu. Im Jahre 1349 wurde das Fürstentum Moldau das erste Mal als unabhängig anerkannt. Bis dahin gehörte das Land zum ungarischen Hoheitsgebiet. Seine Unabhängigkeit hielt das Fürstentum bis ins Jahr 1512, als es sich dem Osmanischen Reich unterwerfen musste. In den darauffolgenden 300 Jahren blieb das Gebiet zunächst ein Vasallenstaat des Osmanischen Reiches. Als später die Herrschaftsbeziehungen zwischen Rumänien und Russland wechselten, fiel Moldawien nach dem zweiten Weltkrieg schließlich an Russland. Erst 1991 wurde die unabhängige Republik Moldau ausgerufen, wie sie bis heute Bestand hat.
Das Land leidet bis heute unter dem sogenannten Transnistrien-Konflikt. Ihm liegt die Abspaltung des Gebietes östlich des Dnistr zugrunde. Transnistrien sieht sich selbst als unabhängig, wird bisher jedoch von keinem Staat als souverän anerkannt. Dies gilt insbesondere für Moldawien, das bis heute Ansprüche auf das Gebiet und dessen Regierung erhebt. Der Konflikt hat zur Folge, dass beide Parteien in ihrer politischen und wirtschaftlichen Entwicklung behindert werden. Aufgrund zäher Verhandlungen und der sehr unterschiedlichen Standpunkte gilt die Auseinandersetzung als „eingefrorener Konflikt“ ohne Aussicht auf eine Beilegung. Die Republik Moldau ist im Übrigen kein Mitglied der Europäischen Union. Jedoch gibt es seit 1998 Bestrebungen seitens der EU, das Wirtschaftswachstum und die Demokratie in Moldawien zu fördern.
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