Serbien in Europa, Serbien auf der Europakarte
Serbien ist ein Land in Südost- beziehungsweise Mitteleuropa. Es ist ein Binnenstaat ohne direkten Anschluss an ein Meer. Das Land ist umgeben von Ungarn im Norden, Rumänien und Bulgarien im Osten, Mazedonien, Albanien und dem Kosovo im Süden, Montenegro im Südwesten, sowie Kroatien und Bosnien und Herzegowina im Westen. Belgrad ist die Hauptstadt des Landes und zugleich wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Serbiens. Die Stadt liegt im nördlichen Staatsgebiet und ist mit gut 1,3 Millionen Einwohnern eine der größten Metropolen des gesamten Balkangebietes. Belgrads Lage am Mündungsgebiet von der Save in die Donau und seine Funktion als infrastruktureller Knotenpunkt führten zu dem Spitznamen als „Tor zum Balkan“. Neben der Hauptstadt sind Novi Sad, Niš, Kragujevac und Subotica weitere wichtige Städte des Landes. Serbien hat eine Fläche von 77.474 km² und zählt etwa 7 Millionen Menschen. Seit 2012 gilt das Land als Beitrittskandidat der Europäischen Union, betreibt jedoch eine eher russland-orientierte Politik. Die staatliche Währung ist Dinar (RSD). Die Save-Donau-Linie trennt den nördlichen Teil des Landes vom Rest. Nördlich davon liegt die Vojvodina, eine Tiefebene mit fruchtbaren Schwarzböden. In dieser Region liegt auch die als „Europäische Sahara“ bekannte Banater Sandwüste. Südlich der Save-Donau-Linie ist Serbien durch eine Verkettung von Gebirgen, Tälern und Hochebenen gekennzeichnet. Viele unterschiedliche Landschaftsformen zeichnen im Süden Serbiens und dem Kosovo ein vielfältiges Landschaftsbild. Der Morava durchläuft das Land von der Donau aus nach Süden. Den Fluss umgibt ein breites Tal, welches die Gebirge der Karpaten, Dinariden und der Balkangebirge in östliche und westliche Gebiete unterteilt. Im westlichen Teil des Kosovo befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Serbien der Gjeravica, die mit 2.656 Metern höchste Erhebung des Gebietes.
Serbien verfügt über eine Reihe von Nationalparks und Naturschutzgebieten. Die größten und bekanntesten sind der Nationalpark Đerdap und Fruška Gora. Neben der Banater Sandwüste gilt der Bergurwald im Tata-Gebirge als eine der landschaftlichen Besonderheiten des Landes. In diesem Waldgebiet gibt es besonders seltene Baumarten, immer wieder werden neue Arten entdeckt. Auch die Landesbevölkerung zeichnet sich durch eine gewisse Vielfalt aus. So sehen sich rund 83 % der im Land Lebenden als Serben. Ungarn machen 3 % aus, der Bevölkerungsanteil der Minderheiten der Roma und Bosniaken liegt bei jeweils 2 %. Zwar ist die serbische Sprache landesweit als (Haupt-)Amtssprache anerkannt, doch werden in der nördlichen Provinz Vojvodina auch Russisch, Kroatisch, Rumänisch und Ungarisch als Amtssprache akzeptiert. Dies ist auf die Diversität der Nationalitäten im Norden Serbiens zurückzuführen, der sich geschichtlich bedingt deutlich vom Rest des Landes unterscheidet.
Die politische Situation um den Kosovo bleibt bis heute ein zentraler Streitpunkt der Politik. Ausgangspunkt dafür bildet der Zerfall des Jugoslawischen Staates zum Ende der 1990er Jahre. Dieser mündete 2008 in der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo. Bis heute ist die völkerrechtliche Anerkennung des Staates umstritten. Der Oberste Gerichtshof befand die Erklärung nicht rechtswidrig, machte jedoch bewusst keine Aussagen zum völkerrechtlichen Status des neuen Landes. Serbien spricht weiterhin von einem besetzten serbischen Gebiet. Das Grenzgebiet zwischen Kroatien und Serbien ist ebenfalls umstritten. Die von der Donau gebildete Grenze wurde durch stetiges Mäandrieren des Flusses deutlich umgeformt. So beansprucht Kroatien ein Gebiet linksseitig der Donau und verschiedene Inseln des Flusses. Das Umstrittene Gebiet umfasst circa 110 km².
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