Montenegro in Europa, Montenegro auf der Europakarte
Montenegro ist ein Staat in Südosteuropa mit direktem Zugang zur Adriaküste. Das Land grenzt im Nordwesten an Kroatien und Bosnien und Herzegowina. Nordöstlich erstreckt sich die Landesgrenze zu Serbien, im Süden und Südosten zählen Albanien und der Kosovo zu Montenegros Nachbarstaaten. Montenegro ist Mitglied der Vereinigten Nationen, der NATO und des Europarates. Derzeit ist das Land Beitrittskandidat der Europäischen Union und hat den Euro bereits als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Als parlamentarische Republik wird Montenegro von einem Präsidenten und Premierminister regiert. Mit seiner Fläche von nur 13.812 km² ist das Land eines der kleineren Länder Europas. Die Einwohnerzahl des Staates beläuft sich auf 622.359 Einwohner. Größte Stadt ist die Landeshauptstadt Podgorica mit etwa 151.000 Einwohnern. Sie gilt als industrielles und wirtschaftliches Zentrum Montenegros. Ein Großteil der Bevölkerung arbeitet im Dienstleistungssektor, der das Wirtschaftsgeschehen im städtischen Raum dominiert. Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, Nikšić, bestimmen Dienstleistungen das Leben von rund 72.000 Einwohnern. Der größte Teil des übrigen Staatsgebietes wird von Gebirgszügen durchzogen. Einige Regionen des Landes sind schwer bis gar nicht zugänglich. So zeichnen Schluchten und Canyons eine malerische Landschaft im Landesinneren. Am bekanntesten ist die Tara-Schlucht; sie gilt mit einer Länge von 78 Kilometern und Tiefen von bis zu 1.300 Metern als längster und tiefster Canyon auf europäischem Gebiet. Aufgrund seiner vielen Kaskaden und Stromschnellen ist der Ort zudem ein beliebter Anlaufpunkt für die Rafting-Sportler Europas. Der Zla Kolata im Prokletije-Massiv ist mit 2.534 Metern die höchste Erhebung des Landes. Nur im Südosten Montenegros befinden sich fruchtbare Niederungen, die gute landwirtschaftliche Voraussetzungen bieten. In diesem Gebiet befindet sich auch der Skutarisee, der größte See des Landes. Er markiert die Grenze zu Albanien und sorgt mit seinem Hauptzufluss, dem Morača für eine ausreichende Bewässerung des Umlandes. In dieser Gegend wird der bekannte montenegrinische „Vanac“-Wein angebaut.
Montenegro war zur Eiszeit eines der am stärksten vergletscherten Gebiete Europas. Und so finden sich heute noch Überreste von Gletschern und temporäre Gletscherformationen in den Gebirgen Montenegros. Die Steilküste Landes ist der wichtigste Punkt für touristische Aktivitäten, die zugleich einen bedeutenden Teil der montenegrinischen Wirtschaft ausmachen. Sie wird von etlichen Buchten unterbrochen, unter anderem der Bucht von Kotor. Diese ist wiederum ein beliebtes europäisches Reiseziel. Bis auf einen einzigen Flughafen ist sie jedoch für regen Ferntourismus zu schlecht angeschlossen.
Rund 45 % der Bevölkerung in Montenegro bezeichnen sich selbst als montenegrinisch, während Serben weitere 28 % ausmachen. Drittgrößte Minderheit stellen Bosniaken mit circa 8 % Bevölkerungsanteil dar. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Montenegro in das neu gegründete Königreich Jugoslawien aufgenommen und blieb lange unter jugoslawischem Einfluss. Selbst nachdem sich Serbien und die Slowakei 1992 aus dem Staatenbund Jugoslawiens ausgliederten, stimmten 95 % der wählenden Bevölkerung gegen einen Austritt aus dem Bund. Nach den Jugoslawienkriegen der 1990er Jahre kam es verstärkt zu Spannungen mit dem Verbundstaat Serbien. Die Regierung strebte eine Abtrennung des Landes an, doch die EU intervenierte und stoß stattdessen die Gründung des Staatenbundes „Serbien und Montenegro“ an. Erst 2006 gab es erneut eine Bürgerbefragung, bei der man sich für einen Austritt und die Unabhängigkeit des Landes entschied. In Montenegro stellt organisiertes Verbrechen ein wiederkehrendes Problem dar. Die Europäische Union drängt den Staat bis heute, die organisierte Kriminalität, Nicht-Wahrung der Meinungsfreiheit und die wirtschaftliche und soziale Diskriminierung der Roma zu bekämpfen.
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